Jay Kristoff: Nevernight – Die Prüfung

Jay Kristoff: Nevernight – Die Prüfung (2017)

Inhalt: Mia Corvere, Tochter eines gehängten Vaters und einer verurteilten Mutter, schwört Rache zu nehmen an den drei mächtigsten Männer von Itreya, Gläubige des Aa, des Gottes der drei Sonnen. Um ihr Ziel zu erreichen, wird sie Schülerin eines Assassinen und begibt sich später, in die Rote Kirche, die Diener der Göttin des Mordes, um dort ihre Ausbildung zu beenden. Dort, in der Hochburg der roten Kirche, lernen die Schüler in der Stunde der Lieder, den Waffenkampf, in der Maskenstunde, die Kunst der Verführung, in der Stunde der Wahrheit, die Kunst mit Giften zu töten, und beim Shahiid der Taschen, erlernen sie die Kunstfertigkeiten der Diebe. Zwischenzeitlich gibt es immer wieder Rückblenden, die Teile der Vergangenheit und der vergangenen Ausbildung bei ihrem ersten Lehrmeister näher bringen.

Charaktere: 8/10 – Mia Corvere – Protagonistin die es nach unstillbarer Rache dürstet (+1); Mercurio, erster Lehrmeister von Mia und ihr Vertrauter; Cassius der schwarze Prinz, Herr der Klingen, und düsterer Anführer der Assassinen(+0.5); Chronist Aelius, Bewahrer des Athenaeums, Bibliothekar, wacht über eine sehr unübliche Bibliothek mit Eigenleben; Mauser, Shahiid der Taschen, ein Meisterdieb (+1); Spinnentod, Shaiide der Wahrheiten, eine Giftmischerin; Solis, Shahiid der Lieder, Meisterkämpfer und Ausbildner im Schwertkampf (+0.5); Aalea, Shahiide der Masken, die Lehrerin für die Kunst der Verführung; Mutter Drusilla, Hohepriesterin der Göttin des Mordes. Alle glaubhaft und gut gezeichnet, am ehesten Solis ist vielleicht ein wenig geradlinig/überrascht nicht und die Bösen der Geschichte, könnten ein klein wenig genauer dargestellt werden.

Story: 8/10 – Nachdem man die ersten paar Verwirrungen überstanden hat, ist das Buch spannend, bis zum Umfallen (+0.5). Die Rückblenden sind gut gemacht, und kurz gehalten, sodass man sich nie fragt, wann denn endlich die Haupthandlung weiter geht (+0.5). Auch die Ausbildung innerhalb der roten Kirche ist sehr spannend zu lesen, und kommt zum Glück nicht zu kurz (+1). Und natürlich gibt es den einen oder anderen Plot-twist, der nicht zu erahnen gewesen ist (+1). Obwohl das Grundmuster der Handlung mehr oder minder simpel ist, also Mord – Rache – Ausbildung – Höhepunkt, ist die Story wirklich stark gemacht. Auf der letzten Seite wird noch angekündigt, dass es zwei weitere Teile geben wird.

Magie: 7/10 – Es gibt Sonnenmagie (brennende Schwerter, Amulette, die die Dunkelheit vertreiben) die nur den Gläubigen des Sonnengottes verliehen wird (+0.5). Die Schattenmagie, die nur von sehr wenigen, magisch begabten Dunkellinn angewandt werden kann (können sich in den Schatten verstecken und noch ein paar andere nützliche Dinge und haben eine Schattengestalt als Begleiter; +1) und dann gibt es noch die vergessene Blutmagie der Sorcerii (+0.5). Der Großteil der Bevölkerung ist jedoch nicht magisch.

Setting: 9/10 – Licht gegen Dunkel, in einer mittelalterlichen Welt. Überraschend: Die quasi Guten sind die Dunklen (+1), und die Bösen sind durch das Licht verkörpert (+1). Schön. Die Hauptstadt ist IN den Gebeinen eines gefallenen/toten Gottes erbaut – stark! (+1) Daraus leiten sich auch die Standesbezeichnungen ab, so nennt man z.B. die Adeligen (Markgeborene – im Mark des Gottes) u.Ä (+1).

Layout: 9/10 – Gleich drei Karten (+2), die eine schöner als die andere, voller Details. Cover und Bindung (+1). Kein Inhaltsverzeichnis und leider kein Personenregister (-0.5), und für meinen Geschmack sind ein paar der Fußnoten zu ausufernd (-0.5). Sonst gäbe es volle 10/10. Manche der Fußnoten sind jedoch sehr unterhaltsam, und nehmen auch mal die eine, oder andere Fantasy-Schablone aufs Korn (+1).

Insgesamt: 8.2/10
Altersempfehlung: 15+ (recht genaue Aktbeschreibungen und eine zeitweise derbe Ausdrucksweise, verleiten mich zu dieser Altersempfehlung)

HIER klicken, um zu weiteren Buchempfehlungen zu gelangen.

Ihr wollt keine Buchempfehlungen mehr verpassen? Einfach hier zum Newsletter anmelden: